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Ausgewählte Ausgabe: 11-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Neue Normen und Verordnungen für den Brandschutz

Baulicher Brandschutz ist immer ein heißes Thema. Aktuell mehr denn je, denn die deutschen Bauordnungen wurden beziehungsweise werden stark überarbeitet. Die vielen Veränderungen erfordern allerdings nicht nur ein Umdenken beim Fachhandwerk. In vielen Fällen sind auch neue Brandschutzlösungen erforderlich, um die Abnahmesicherheit zu gewährleisten.


Das vertraute System der geregelten und ungeregelten Bauprodukte gemäß Bauregelliste gehört seit diesem Jahr der Vergangenheit an. Im Zuge harmonisierter Marktbedingungen innerhalb der Europäischen Union wurde Deutschland verpflichtet, diese Form der Zulassung von Bauprodukten zu ändern. Denn nationale Zusatzanforderungen zum CE-Zeichen werden als unzulässiges Handelshemmnis angesehen. Sobald alle verwaltungsrechtlichen Schritte abgeschlossen sind müssen Planer und Fachhandwerker nach einem völlig neuen System bewerten, welche Bauprodukte für welche Anwendungen verwendet werden dürfen. Bei der Viega-Gruppe hat man sich bereits eingehend mit den Novellierungen beschäftigt und kann daher zu einer Vielzahl von Prüfungen, Verwendbarkeitsnachweisen und entsprechenden Fachinformationen bereits die meisten Fragen beantworten, die sich für die TGA-Branche ergeben.

Welche Verordnungen und Normen ändern sich konkret?

Im vergangenen Jahr wurde von der Bauministerkonferenz eine neue Musterbauordnung (MBO) verabschiedet. Die Verwaltungsakte, diese als rechtsgültige Landesbauordnungen zu verabschieden, laufen. Neu ist, dass zusätzlich eine Muster-Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen (MVV TB) zu beachten ist. Diese wird nach dem Prinzip der MBO ebenfalls in Landesrecht überführt.
Die Einführung der MVV TB wirkt sich auch auf eine TGA-relevante Norm aus: Die DIN 4109:1989 zum Schallschutz im Hochbau inklusive dem Beiblatt 2 wird abgelöst und ersetzt durch die DIN 4109:2016 mit den Teilen 1, 2 und 31–36.

Was ist in den überarbeiteten Bauordnungen anders oder neu?

In der MBO gibt es keine Bezugnahmen mehr auf die Bauregelliste. Hinzugekommen sind stattdessen Querverweise auf die MVV TB.
Nordrhein-Westfalen beispielsweise wird diesen Systemwechsel nutzen, um Bestimmungen des baulichen Brandschutzes denen anderer Bundesländer anzugleichen. Dazu zählt die Einführung der Gebäudeklasse 4 mit den entsprechenden F60-Anforderungen. Neu in NRW wird zudem sein, dass Leitungsdurchführungen durch alle raumabschließenden Bauteile, für die eine Feuerwiderstandsfähigkeit vorgeschrieben ist, abgeschottet werden müssen – also beispielsweise auch durch F30-Geschossdecken.

Welche Bewandtnis hat die MVV TB?

Gemäß geltendem EU-Recht darf jedes Bauprodukt mit CE-Kennzeichen gehandelt werden, da darüber die Konformität mit der geltenden EU-Produktnorm erklärt wird. Zusätzliche nationale Sicherheitsbestimmungen, wie sie das deutsche System aus Bauregelliste, allgemeinem bauaufsichtlichen Prüfzeugnis (abP), allgemein bauaufsichtlicher Zulassung (abZ) und Zustimmung im Einzelfall (ZiE) vorsieht, sind somit nicht mehr zulässig. Dennoch ist Deutschland bestrebt, die hohen Sicherheitsstandards für Gebäude zu bewahren.
Die MVV TB formuliert somit Anforderungen, die sich nicht auf das einzelne Produkt, sondern das Bauvorhaben beziehen. Planer und Fachhandwerker haben nun die Pflicht zu überprüfen, ob sich ein bestimmtes Produkt eignet, Teil einer Bauart zu sein, die den Sicherheitsanforderungen des Bauwerks entspricht. Die Sicherheitsanforderungen für Bauwerke werden weiter national vorgegeben.

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