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Ausgewählte Ausgabe: 11-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Volle Leistung auch bei Schattendasein

Durch den Einsatz passender Micro-Wechselrichter gelingt auch bei kleinen Photovoltaik-Anlagen die Umwandlung des erzeugten Gleichstroms in Wechselstrom – und damit die direkte Einspeisung ins Netz des Verbrauchers. Wichtigste Voraussetzung: Die eingesetzten Komponenten müssen kompatibel sein. So können selbst ausgefallene Module und temporäre Schattenzeiten ohne Leistungsabfall kompensiert werden.


Photovoltaik-Anlagen für den Eigenverbrauch werden aufgrund der steigenden Strompreise und der sinkenden Einspeisungsvergütungen immer attraktiver. Auch die Energieversorger sind grundsätzlich sehr interessiert an solchen alternativen Lösungen. Allerdings ist die Umsetzung oft schwierig. Die Leistungsanforderungen an die PV-Module sowie die Wechselrichter, die den über die Module generierten Strom ins Stromnetz einspeisen, steigen durch die wachsende Anzahl der verwendeten PV-Anlagen. Aktuell gibt es bei Wechselrichtern für PV-Module im Eigenverbrauch zwei Einsatzvarianten: einen String-, sowie einen Micro-Wechselrichter.
Bei String-Wechselrichter-Anordnungen werden mehrere PV-Paneele in einer Reihenschaltung am Wechselrichter angeschlossen. Diese Vorgehensweise ist allerdings bei kleinen Anlagen für den Eigenverbrauch problematisch, da String-Wechselrichter nicht unabhängig voneinander arbeiten und in ihrer Bauweise nur für größere Anlagen ausgelegt sind.
Bei einer PV-Kleinanlage kommt deshalb nur ein Micro-Wechselrichter in Frage. Eine Inkompatibilität mit gängigen PV-Modulen sorgte in der Vergangenheit bei der Installation von herkömmlichen Micro-Wechselrichtern immer wieder für Probleme. Zudem war es oft nicht möglich, auf unterschiedliche kundenspezifische Anforderungen wie eine besondere Architektur des Gebäudes oder einen speziellen Leistungsbereich der PV-Paneele einzugehen. Auch gab es keinerlei Möglichkeit, die Anlage mittels Software oder einem entsprechenden Tracking-System zu überwachen.

Optimale Nutzung durch individuelle Konvertierung

Bild 1 Beim Projekt in Delmenhorst wurden die Module einzeln an die neuen Balkonfassaden angebracht und die Micro-Inverter direkt dahinter angeschlossen

Bild 1
Beim Projekt in Delmenhorst wurden die Module einzeln an die neuen Balkonfassaden angebracht und die Micro-Inverter direkt dahinter angeschlossen

Ein Beispiel für eine erfolgreiche Integration von Mirco-Wechselrichtern liefert ein Projekt in Norddeutschland: Für die Sanierung einer Mehrparteien-Wohnanlage in Delmenhorst initiierte der Energieversorger EWE (ehemalige Energieversorgung Weser-Ems) den Einbau von mehreren PV-Modulen inklusive Micro-Wechselrichtern (Bild 1). Die Laudeley Betriebstechnik GmbH aus Ritterhude wurde mit der Planung und Umsetzung einer passenden Photovoltaik-Anlage für den Eigenverbrauch betraut. Seit einiger Zeit schon setzen die Niedersachsen in solchen Fällen auf die Micro-Wechselrichter von AEconversion, so genannte Micro-Inverter.
Eine Wohnung in der Größenordnung wie in Delmenhorst verbraucht pro Jahr ungefähr 1 000 kW/h Strom. Mit Hilfe der PV-Module und des Micro-Inverters können bis zu 200 kW/h generiert werden, das sind fast 20 % des Energieverbrauchs. Die Verrechnung des gewonnenen Stroms kann der Mieter selbst vornehmen und kontrollieren, da eine Installation von zusätzlichen Zählern durch den Vermieter dank der Micro-Wechselrichter obsolet ist.

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Autoren

Dipl.-Ing. FH Walter Knittel

Geschäftsführer der AEconversion, Bad Sassendorf.

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