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Ausgewählte Ausgabe: 11-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Einführung von BIM in der TGA-Planung

Building Information Modelling (BIM) könnte sich schon bald zur verpflichtenden Planungsmethode für das Planen, Bauen und Betreiben von Bauwerken entwickeln. Viele kleinere Planungs- und Architekturbüros scheuen jedoch die hohen Kosten für die sogenannte BIM-Software und den damit verbunden Aufwand für die Fortbildung. Dass die Einführung von BIM auch einfach sein kann, zeigt der Heizungs- und Klimatechnikhersteller Wolf aus Mainburg mit dem von ihm entwickelten Wolf-BIM-Browser. Mit dieser kostenlosen Software können Wolf-Heizungsprodukte und individuell konfigurierte Wolf-Klimageräte direkt als dynamisch erstellte Autodesk Revit-Familie passend zur Revit-Version des Kunden übergeben werden.


Bild 1 Immer weniger Platz für immer komplexere raumlufttechnische Anlagen. Die BIM-Planungsmethode beschleunigt nicht nur den Planungsprozess, sie schützt den TGA-Planer auch vor unliebsamen Überraschungen, wie Kollisionen mit Bauwerken und Fremdgewerken

Bild 1
Immer weniger Platz für immer komplexere raumlufttechnische Anlagen. Die BIM-Planungsmethode beschleunigt nicht nur den Planungsprozess, sie schützt den TGA-Planer auch vor unliebsamen Überraschungen, wie Kollisionen mit Bauwerken und Fremdgewerken

Die Meldung vom Januar 2017 hat viele TGA-Fachplaner, aber auch kleinere Architekturbüros und Gebäudedienstleister verunsichert: Ab sofort kommt bei Hochbauprojekten des Bundes mit einem Investitionsvolumen von über fünf Millionen Euro die digitale Methode „Building Information Modelling“ (BIM, deutsch: Bauwerksdatenmodellierung) zum Einsatz. Es handelt sich um einen Rund-Erlass, der am 16. Januar 2017 an alle 16 Bauverwaltungen ging. Ziel der BIM-Initiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) ist eine optimiertere Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Gebäuden und Bauwerken mithilfe einer gewerkeübergreifenden BIM-Software. Langfristig soll die Planungsmethode BIM die klassische, gewerkespezifische Bauplanung ablösen, da eine gemeinsame, ständig synchronisierte Datenbasis die Verfügbarkeit aller aktuellen bzw. relevanten Daten für die am Bau Beteiligten in einer bislang nicht dagewesenen Genauigkeit ermöglicht und damit auch kostentreibende Kollisionen zwischen den Gewerken minimiert. Die damit einhergehende Steigerung der Produktivität des Planungsprozesses werde auch die Kosten- und Terminsicherheit und damit auch die Wertschöpfung für den Investor verbessern, so das BMUB. Und weiter: Durch die Übergabe der Daten an den Betreiber könne die Qualität und Performance von Gebäuden und gebäudetechnischen Anlagen dauerhaft über den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes auf hohem Niveau gehalten werden (Bild 1).

Empfehlung anstatt Anordnung

Was sich zunächst als „par ordre du mufti“, also verpflichtende Anordnung, anhörte, entpuppte sich bei näherer Betrachtung nur als Empfehlung für eine Prüfung relevanter Bauprojekte auf „BIM-Eignung“. Eine Anfrage des maßgeblichen BIM-Softwareanbieters Autodesk beim Bauministerium klärte den Sachverhalt: „Der Erlass schreibt nicht vor, BIM bei jeder Baumaßnahme einzusetzen und es ist nicht so, dass künftig alle investiven zivilen Bauvorhaben über 5 Millionen Euro mit BIM geplant werden müssen. Es soll zunächst nur eine Prüfung auf „BIM-Geeignetheit“ vorgenommen und mit den jeweiligen Maßnahmeträgern/Nutzern abgeklärt werden, ob sie zur Übernahme von möglichen Mehrkosten bereit sind, die je nach auftraggeberseitigen BIM-Anforderungen im Einzelfall verschieden sein können. Die dadurch eventuell entstehenden Honorarmehrkosten wären im Regelfall nicht durch die Grundleistungsbilder der HOAI abgedeckt.“

Einfach machen und aus der Erfahrung lernen

Je nach Größe und Position des Unternehmens am Bauplanungsprozess sehen manche Akteure im Gebäudebereich den BIM-Rund-Erlass des Bauministeriums als Chance, sich durch eine forcierte BIM-Einführung vom Wettbewerb abzugrenzen. Andere sehen in dem Erlass einen Aufruf zu umfangreichen Investitionen in BIM-Software und ständig notwendige Fortbildungsmaßnahmen, die insbesondere kleinere Büros wirtschaftlich überfordern.

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Autoren

Dipl.-Ing. (FH) Reinhold Weinzierl

Teamleiter Softwareentwicklung (Konfigurator) bei der Wolf GmbH, Mainburg.

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